Kennen Sie das?
- Ihr Kind kann sich nicht konzentrieren und ist leicht ablenkbar?
- Es reagiert oft nicht, wenn es angesprochen wird?
- Es liest nicht gerne?
- "Deutsch" ist nicht gerade das Lieblingsfach in der Schule?
- Es spricht sehr laut, ist aber selbst sehr empfindlich auf Lärm?
Eine Abklärung der zentralen Hörwahrnehmung
ist nun der richtige Schritt!
Was ist eine auditive
Wahrnehmungsstörung (AVWS)?
Die Grundvoraussetzung für sprachliches Handeln (verstehen, sprechen, lesen, schreiben) ist ein einwandfreies peripheres Hörvermögen.
Das bedeutet, das Organ Ohr muss gesund und voll funktionsfähig sein, um Schallreize aus der Umgebung problemlos aufnehmen zu können: sie also vom Außenohr (Ohrmuschel – äußerer Gehörgang - Außenseite des Trommelfells) über das Mittelohr (Trommelfell – Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel) hin zu den Nervenzellen des Innenohres (Schnecke mit den Sinneszellen – Hörnerv) übermitteln zu können.
Der HNO-Facharzt kann mittels verschiedener Audiometrie-Verfahren bzw mit Hilfe eines Tympanogramms (Messung der Trommelfell-Beweglichkeit) eine dementsprechende Diagnose stellen.
Doch selbst, wenn diese organische Voraussetzung vorhanden ist, kann nicht gleichzeitig davon ausgegangen werden, dass auch das zentrale Hörvermögen vollständig ausgebildet ist.
Es ist also wichtig festzustellen, ob das Gehirn die Informationen, die das Organ Ohr liefert, auch korrekt entschlüsseln, also „verstehen“ kann.
Ist dies nicht oder nicht ausreichend der Fall, spricht man von einer zentralen Hörverarbeitungs- oder auch auditiven Wahrnehmungs-Störung.
Eine Lese-Rechtschreibschwäche oder das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS, ADHS) sind oft damit in Verbindung zu bringen.
Ein Fallbeispiel
Der neunjährige Fabian kommt mit seiner Mutter in die Praxis eines Kinder- oder HNO-Arztes. Sie schildert die Lese-Rechtschreib-Probleme ihres Sohnes, einem intelligenten, vielfältig begabten Kind.
Sie äußert ihre eigene Sorge bzw. die Vermutung der Klassenlehrerin, dass Fabian vielleicht „nicht richtig hört", da er etwa bei Ansagen in der Schule nicht mitkommt und sehr viele Fehler macht, während das Übungsdiktat zu Hause wunderbar und quasi fehlerfrei funktioniert.
Fabian muss auch während des Unterrichts häufig nachfragen. Da ihm das aber langsam unangenehm wird, zieht er sich in sich zurück und wird als Träumer abgestempelt, der in seiner eigenen Welt lebt.
Der Arzt führt nun eine Untersuchung der peripheren Hörfähigkeit durch, kann aber keine Auffälligkeiten feststellen. Das Ohr funktioniert einwandfrei.
Die Mutter ist nun beruhigt, dass der organische Befund unauffällig ist.
In einem weiteren Schritt muss allerdings abgeklärt werden, wie gut Fabians Gehirn die akustischen Signale, die sein Ohr aufnimmt, verarbeiten kann.
Diese Abklärung findet in meiner Praxis statt.
Die Warnke®-Methode
Der deutsche Psychoakustiker Fred Warnke (1929-2013) befasste sich bereits während seiner Tätigkeit bei der Sennheiser Electronics GmbH (Audiotechnik) mit den Zusammenhängen zwischen Hörvermögen und der Psychologie bzw. Lernkraft des Menschen.
Seine umfangreichen Forschungen und Studien, die mit verschiedenen Universitäten weltweit durchgeführt wurden, brachten u. a. die Erkenntnis, dass die oben erwähnte zentrale Hörverarbeitung eindeutig von der Automatisierung der sogenannten Low-Level-Funktionen abhängt, also von jenen Fähigkeiten, die die Basis unseres sprachlichen Handelns bilden.
Die Low-Level-Funktionen
Die visuelle Ordnungsschwelle ist diejenige Zeitspanne, die zwischen zwei visuellen Reizen benötigt wird, um sie getrennt voneinander wahrnehmen und in eine Reihenfolge (Ordnung) bringen zu können. Je geringer die Abstände zwischen zwei Reizen sind, desto mehr Information kann aufgenommen werden. Diese visuelle Fähigkeit ist zum Beispiel beim Verarbeiten von gelesenen Texten sehr wichtig.
Die auditive Ordnungsschwelle definiert oben genanntes Muster im auditiven Bereich (Wahrnehmung akustischer Reize). Sie erlaubt unter anderem die Differenzierung von d/t, b/p und g/k, da sich diese Buchstabenpaare vor allem durch die Länge der anlautenden Konsonanten unterscheiden. Eine verlangsamte auditive Ordnungsschwelle könnte beispielsweise zur Folge haben, dass der anlautende Konsonant völlig "durch den Rost fällt", also gänzlich überhört wird. Und ob "tragen" oder "ragen" macht doch einen gehörigen Unterschied!
Das Richtungshören ("Party-Effekt") ist unentbehrlich für das Herausfiltern und Unterscheiden von Nutzschall und Störschall. Für den Schüler während eines Diktates in der Klasse gewährt einwandfreies Richtungshören das problemlose Abheben der Stimme des Lehrers von den Störgeräuschen der Klasse (Husten, Sesselrücken, andere Stimmen, zu Boden fallende Gegenstände etc).
Die Tonhöhendiskrimination dient der Erkennung und richtigen Interpretation der Sprechmelodie (Prosodie) und der Vokalerkennung.
Eine perfekt automatisierte auditiv-motorische Koordination ist für Schüler u.a. immer dann notwendig, wenn es um die graphische Umsetzung akustischer Reize geht (die klassische Diktatsituation!).
Die Wahl-Reaktionszeit definiert die Fähigkeit, blitzschnell und zielgerichtet auf unterschiedliche Reize reagieren zu können. Die Auswahl der richtigen Strategie und die möglichst geringe Zeit, die benötigt wird, um danach ins Handeln zu kommen, sind in der Kommunikationssituation wichtig (bzw. etwa in Gefahrensituationen lebenswichtig!)
Die auditive Mustererkennung dient der Unterscheidung minimaler Unterschiede innerhalb von Tonfolgen und der Fähigkeit, bestimmte Laute eindeutig voneinander abgrenzen zu können.
Das auf Fred Warnkes Forschungen beruhende Warnke®-Verfahren ist eine Test- und Trainingsmethode, die an den Wurzeln sichtbar gewordener Lernstörungen ansetzt. Es ist also keine Symptomtherapie wie etwa ein herkömmliches Legasthenie-Training.
Die Warnke®-Methode wird außerdem im logopädischen Bereich, als (Fremd-) Sprachentraining, in der Aphasie-Therapie, zur allgemeinen Förderung der Konzentrations- und Merkfähigkeit, etc. eingesetzt.
Die beiden Säulen des Warnke®-Verfahrens sind zwei Geräte, die jeweils sowohl für das Training in der Praxis des Therapeuten als auch für das häusliche Training bestimmt sind:
Der Brainboy (BBU) ist ein handliches Gerät, das mit einem Kopfhörer ausgestattet ist. Es verfügt über acht "Spiele", die alle Low-Level-Funktionen bedienen, die bei einem gesunden Menschen automatisiert sein sollten.
Es werden Klicks bzw. Töne angeboten, die, je nach Spiel, durch den Druck einer von zwei Tasten auf dem Gerät in eine Ordnung gebracht bzw. einem Muster zugeordnet werden sollen.
Mit dem Lateraltrainer (LT) wird die Koordination der beiden Hirnhälften verbessert. Das Kind hört über Kopfhörer eine Modellstimme, die beispielsweise einen Text liest, während es ebendiesen Text vor sich hat und in ein Mikrofon mitspricht. Es hört nun sowohl die Modell- als auch die eigene Stimme synchron über Kopfhörer. Das besondere am Lateraltraining ist, dass der Schall der Modellstimme von einem Ohr zum anderen wandert, während sich der Schall der eingespielten Stimme des Kindes in die jeweils andere Richtung bewegt. Diese kreuzweise Hin-und Her-Bewegung bewirkt ein ständiges Aktivieren des Corpus Callosum, also des Balkens, der die beiden Gehirnhälften miteinander verbindet. Gerade diese Hemisphärenkoordination ist bei Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwächen oft sehr beeinträchtigt.
Kosten
Testung + ausführlicher Befund: € 280,-
Trainingseinheit à 50min: € 70,-
Falls es Ihnen nicht möglich ist, den vereinbarten Termin einzuhalten, bitte ich Sie, mich spätestens 24h davor zu verständigen.
Andernfalls fallen folgende Kosten an:
Testung: 140,-
Trainingseinheit: 50,-
Sozialtarife sind in Einzelfällen auf Anfrage möglich und können im Rahmen eines persönlichen Termins besprochen werden.
"Vielen Dank für die Austestung meines Sohnes und die Therapieempfehlung mit dem "Brain-Boy". Mein Sohn (4. Klasse Volksschule) machte brav täglich diese Trainingsspiele und bereits nach einer Woche (!) teilte mir seine Lehrerin mit, dass er nun wie ausgewechselt sei. Er zeigt auf, beteiligt sich am Unterricht und setzt auch den neu gelernten Stoff um. Vorher saß er einfach nur unbeteiligt in der Klasse. Nach einem Monat konnten wir auch die Früchte des Trainings ernten - auf der ersten MA-Schularbeit hatte er eine 4 und auf der jetzigen Schularbeit hat er eine 2. In Deutsch stellt sich der Erfolg etwas langsamer ein, aber es geht Schritt für Schritt bergauf. Das Lernen mit meinem Sohn macht jetzt Spaß. Vorher war es eine einzige Qual für uns beide. Ich möchte mich nochmals sehr herzlich bedanken und verbleibe mit lieben Grüßen.
(B.W., Mutter von Matthias, 10 Jahre)
„(...) Auch die E-Lehrerin war heute voll des Lobes: Anfangs ist Stefan gar nicht mitgekommen, hat völlig andere Dinge wiederholt als vorgegeben – die Lehrerin hat „schwarz gesehen“. Heute ist alles komplett entspannt, Stefan ist voll dabei, hat alles aufgeholt und kein Problem mehr.
Gleiches Feedback von Hauptlehrerin der Klasse: „Es tut sich wahnsinnig viel!“
(R.S., Mutter von Stefan, 10 J.)
„Ich kann ganz genau nachvollziehen, wann Elias mit dem Brain-Boy gespielt hat, denn da sind seine Ansagen viel besser, nur 2 oder 3 Fehler. Sonst sind es immer über 10.“
(T.S., Mutter von Elias, 7 J.)
„Theo geht es jetzt gut. Wir haben über den Sommer mit dem Brainboy gearbeitet.
Seit Herbst üben wir eigentlich nicht mehr mit dem Brainboy.
Theo meint, dass ihm Deutsch dieses Jahr leichter falle. Er macht es daran fest, dass es nicht so anstrengend sei.
Ich sehe, dass er bei den Schulübungen deutlich weniger bzw. oft sogar gar keine Fehler beim Abschreiben macht und ihm das Heraushören von lang oder kurz gesprochenen Lauten deutlich leichter fällt."
(C.M., Mutter von Theo, 8 J.)